Was sollte ich nach meinem Umzug nach Deutschland erledigen? Eine Checkliste für Expats

  1. Melde deine Adresse (Anmeldung) innerhalb von 14 Tagen nach dem Einzug beim Bürgeramt an. Besorge dir vorher die Wohnungsgeberbestätigung von deinem Vermieter: Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und das Bürgeramt kann deine Anmeldung ohne sie nicht bearbeiten. Buche den Termin beim Bürgeramt am besten direkt an dem Tag, an dem du deine Schlüssel erhältst. Die Termine sind schnell ausgebucht und die Anmeldung ist oft der größte Engpass. Mehr über die Wohnungsgeberbestätigung erfährst du hier.
  2. Wenn du kein EU-Bürger bist: Buche in derselben Woche wie deine Anmeldung einen Termin bei der Ausländerbehörde für deinen Aufenthaltstitel. Die Anmeldung regelt nicht dein Aufenthaltsrecht: Der Aufenthaltstitel ist ein separates Verfahren, und die Wartezeiten können in Berlin oder München mehrere Wochen bis Monate betragen. Wenn dein Visum vor dem Termin abläuft, beantrage eine Fiktionsbescheinigung, damit dein Aufenthalt bis dahin weiterhin rechtmäßig bleibt.
  3. Besorge dir eine deutsche SIM-Karte, parallel zu Schritt 1. Alle Anbieter benötigen einen Reisepass sowie eine deutsche Kontaktadresse (deine vorübergehende Unterkunft reicht aus), eine Anmeldung ist jedoch nicht erforderlich. Lebara ist besonders einfach für Menschen, die kein Deutsch sprechen: Website und Kundenservice sind vollständig auf Englisch verfügbar. Günstige Prepaid-Alternativen sind Aldi Talk und Lidl Connect. Für eine sofort verfügbare eSIM bieten Vodafone CallYa oder O2 Prepaid eine vollständig digitale Aktivierung direkt nach der Identitätsprüfung an.
  4. Schließe eine Krankenversicherung ab. Sie ist ab dem ersten Tag verpflichtend. Wenn du angestellt bist und dein Einkommen unter der geltenden Versicherungspflichtgrenze liegt, bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung: TK ist eine besonders gute Wahl für Englischsprachige, mit einer vollständig englischen App und Hotline. Wenn du selbstständig bist oder über der geltenden Einkommensgrenze liegst, kannst du dich privat versichern: Ottonova und Feather gehören zu den besonders englischfreundlichen Optionen.
  5. Eröffne ein Bankkonto, sobald du deine Meldebescheinigung (Schritt 1) erhalten hast. Wenn du eine möglichst breite Akzeptanz und keine SCHUFA-Prüfung möchtest, ist Wise ein guter Ausgangspunkt: Du kannst das Konto bereits vor deiner Ankunft in Deutschland eröffnen, es ist für fast alle Nationalitäten verfügbar und du erhältst eine belgische IBAN, die von den meisten Arbeitgebern und Vermietern akzeptiert wird. Auch N26 ist schnell (englische App, fünfminütige Video-Identifizierung, keine SCHUFA-Prüfung), schränkt jedoch bestimmte Nationalitäten ein. Prüfe daher vorher, welche Ausweisdokumente akzeptiert werden.
  6. Deine Steuer-ID wird dir automatisch per Post zugeschickt, in der Regel 2 bis 5 Wochen nach deiner Anmeldung. Du musst nichts weiter tun: Bewahre die Steuer-ID gut auf und gib sie an deinen Arbeitgeber weiter. Wichtig: Die Steuer-ID ist nicht dasselbe wie die Steuernummer. Eine Steuernummer erhältst du erst später, wenn du selbstständig bist oder eine Steuererklärung abgibst.
  7. Rundfunkbeitrag: Du musst dich nicht selbst anmelden, solltest aber wissen, was das ist. Der Rundfunkbeitrag ist der verpflichtende Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Er beträgt 18,36€ pro Monat und Haushalt und wird vierteljährlich (55,08€) berechnet. Er ist verpflichtend und unabhängig davon, ob du einen Fernseher besitzt oder nicht: Jeder Haushalt zahlt ihn, ähnlich wie eine gemeinsame Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehinfrastruktur. Nach deiner Anmeldung (Schritt 1) werden die Adressdaten automatisch übermittelt und der Rundfunkbeitrag wird dadurch angestoßen. Du erhältst anschließend einfach einen Brief mit deinen Kontodaten und weiteren Informationen. Eine eigene Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr dazu erfährst du hier.
  8. Such dir einen Hausarzt, bevor du ihn brauchst. Dies ist unabhängig von den oben genannten Schritten, aber du solltest frühzeitig damit beginnen: Die Wartezeiten für einen Termin können mehrere Wochen betragen.